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<title>Adolf Rettelbusch</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Adolf Rettelbusch</span></h1>
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<p><b>Johann Adolf Rettelbusch</b> (* <a href="15._Dezember" title="15. Dezember">15. Dezember</a> <a href="1858" title="1858">1858</a> in <a href="Kammerforst_(Th%C3%BCringen)" title="Kammerforst (Thüringen)">Kammerforst</a>; † <a href="8._Januar" title="8. Januar">8. Januar</a> <a href="1934" title="1934">1934</a> in <a href="Magdeburg" title="Magdeburg">Magdeburg</a>) war ein deutscher Maler. Er trägt den Beinamen <i><a href="Brocken" title="Brocken">Brockenmaler</a></i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben_und_Wirken">Leben und Wirken</h2></div>
<p>Rettelbusch wurde als achtes Kind einer Gastwirtsfamilie geboren. Er besuchte von 1865 bis 1873 die Dorfschule, dann bis 1878 die Realschule in <a href="Nordhausen" title="Nordhausen">Nordhausen</a> und ging anschließend nach <a href="Weimar" title="Weimar">Weimar</a> an die <a href="Gro%C3%9Fherzoglich-S%C3%A4chsische_Kunstschule_Weimar" title="Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar">Großherzogliche Kunstschule</a>. Zu seinen Lehrern gehörten <a href="Theodor_Hagen_(Maler)" title="Theodor Hagen (Maler)">Theodor Hagen</a> und <a href="Alexander_Struys" title="Alexander Struys">Alexander Struys</a>. Er widmete sich vor allem der Landschaftsmalerei. Nachdem er aus finanziellen Gründen das Studium abbrechen musste, legte er in <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a> 1880 und 1881 bei <a href="Karl_Gussow" title="Karl Gussow">Karl Gussow</a> an der <a href="Preu%C3%9Fische_Akademie_der_K%C3%BCnste" title="Preußische Akademie der Künste">Königlichen Akademie der Künste</a> ein Zeichenlehrerexamen ab.
</p><p>Trotzdem blieb er arbeitslos. Für zwei Jahre kehrte er nach Kammerforst zurück und versah Gelegenheitsarbeiten. Ab 1883 absolvierte er an der <a href="Unterrichtsanstalt_des_Kunstgewerbemuseums_Berlin" title="Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin">Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin</a>, finanziert durch ein großzügiges Stipendium, bei <a href="Max_Friedrich_Koch" class="mw-redirect" title="Max Friedrich Koch">Max Friedrich Koch</a>, <a href="Ernst_Ewald" title="Ernst Ewald">Ernst Ewald</a> und <a href="Ernst_Johann_Schaller" title="Ernst Johann Schaller">Ernst Johann Schaller</a> eine Ausbildung in Landschafts-, Porträt- und dekorativer Malerei. Er erhielt diverse Auszeichnungen.
</p>
<p>1886 und 1887 unternahm Adolf Rettelbusch eine Studienreise nach <a href="Italien" title="Italien">Italien</a>. Seine dort gefertigten Zeichnungen und <a href="Aquarell" title="Aquarell">Aquarelle</a> führten zu einem Angebot des Preuß. Ministeriums für Handel und Gewerbe an Rettelbusch, eine Stelle als Lehrer für dekorative und allgemeine Malerei an der <a href="Kunstgewerbe-_und_Handwerkerschule_Magdeburg" title="Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg">Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg</a> zu übernehmen. Rettelbusch willigte ein und wurde 1887 Lehrer und später stellvertretender <a href="Rektor" title="Rektor">Rektor</a> der mit reformierten Studienprogramm unter <a href="Eduard_Spie%C3%9F" title="Eduard Spieß">Eduard Spieß</a> neu eröffneten Schule. Kurzzeitig hatte Rettelbusch im Jahr 1892 kommissarisch die Leitung der Schule inne.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1906 wurde Rettelbusch zum Professor ernannt; er blieb bis zu seiner <a href="Emeritierung" title="Emeritierung">Emeritierung</a> 1924 an dieser Schule.
</p><p>Rettelbusch engagierte sich im kulturellen Leben der Stadt Magdeburg. Er gründete 1893 den <a href="K%C3%BCnstlerverein_St._Lukas" class="mw-redirect" title="Künstlerverein St. Lukas">Künstlerverein St. Lukas</a>, den er über lange Jahre leitete. 1912 gehörte er zu den Mitbegründern des Künstlervereins Börde. Lange arbeitete er auch im Vorstand des Kunstvereins Magdeburg. Außerdem war er Mitglied der <a href="Freimaurerei" title="Freimaurerei">Freimaurerloge</a> „Ferdinand zur Glückseligkeit“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Künstlerisches_Schaffen"><span id="K.C3.BCnstlerisches_Schaffen"></span>Künstlerisches Schaffen</h2></div>
<p>Um 1925 hatte sich Adolf Rettelbusch den Ruf als wichtigster Landschaftsmaler Mitteldeutschlands erworben. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit galt hierbei, seit einer Brockenbesteigung 1887, dem <a href="Harz_(Mittelgebirge)" title="Harz (Mittelgebirge)">Harz</a> und dem <a href="Brocken" title="Brocken">Brocken</a>. Dies trug ihm den Namen <i>Brockenmaler</i> ein.
</p><p>Rettelbusch schuf jedoch auch diverse Innenraumgestaltungen in Kirchen, Gaststätten, Schlössern und Gutshäusern in Magdeburg und Umgebung. Er beherrschte die gesamte Palette der Maltechniken. Während er anfangs vor allem die Aquarelltechnik nutzte, wandte er sich dann der <a href="Tempera" title="Tempera">Temperamalerei</a> und später der <a href="%C3%96lkreide" title="Ölkreide">Ölkreidezeichnung</a> zu. Ab etwa 1914 begann er mit der <a href="Pastellmalerei" title="Pastellmalerei">Pastellmalerei</a> und entwickelte sich zu einem der besten Pastellmaler seiner Zeit.
</p><p>Er schuf Porträts, Pflanzenstudien, Bilder aus der Landwirtschaft, aber auch aus der Industrie (<a href="Friedrich_Krupp_AG_Grusonwerk" class="mw-redirect" title="Friedrich Krupp AG Grusonwerk">Krupp-Gruson-Werk</a>). Viele Werke entstanden auf Auslandsreisen (z. B. Italien 1886/87, Spanien 1893, auf der Nordlandfahrt 1909, in den Alpen 1914). Weitere Werke behandeln den <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ehrungen">Ehrungen</h2></div>
<p>1928 wurde er zum <a href="Ehrenb%C3%BCrger" title="Ehrenbürger">Ehrenbürger</a> von Kammerforst ernannt. Die Stadt Magdeburg benannte ihm zu Ehren eine Straße (<a href="Magdeburger_Stra%C3%9Fen/R" title="Magdeburger Straßen/R">Rettelbuschweg</a>) im Stadtteil Ottersleben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werke">Werke</h2></div>
<ul><li>Gemälde in der und Gedenkstein an der Kirche von Kammerforst</li>
<li>Es entstanden ca. 4000 größere Arbeiten. Zu einem Teil befinden sich diese im <a href="Kulturhistorisches_Museum_Magdeburg" title="Kulturhistorisches Museum Magdeburg">Kulturhistorischen Museum Magdeburg</a>. Mehrere hundert sind in Privatbesitz.</li>
<li>Illustrationen in der 1926 erschienenen Publikation <i>Das Brockenbuch</i></li>
<li>Viele Werke hängen auch im Rennstieg-Hotel Rettelbusch in Kammerforst, das noch heute im Familienbesitz ist.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Matthias Puhle: (Hrsg.): <i>Adolf Rettelbusch – Landschaftsbilder</i>. Magdeburg 1998 (nicht ausgewertet)</li>
<li>Gerd Kley: <i>Adolf Rettelbusch.</i> In: Guido Heinrich, Gunter Schandera (Hrsg.): <i><a href="Magdeburger_Biographisches_Lexikon" title="Magdeburger Biographisches Lexikon">Magdeburger Biographisches Lexikon</a> 19. und 20. Jahrhundert. Biographisches Lexikon für die Landeshauptstadt Magdeburg und die Landkreise Bördekreis, Jerichower Land, Ohrekreis und Schönebeck.</i> Scriptum, Magdeburg 2002, ISBN 3-933046-49-1.</li>
<li>Gerd Kley: <i>Vom Hainich zum Brocken – Stationen im Leben des Magdeburger Malers Professor Adolf Rettelbusch (1858–1934).</i> Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-153-5.</li>
<li>Gerd Kley: <i>Kein Künstler fürs Depot – Stationen im Leben des Magdeburger Malers Adolf Rettelbusch (1858–1934)</i>, in Kultur-Report Heft 66, Juni 2011, S. 16–18.</li>
<li>Gerd Kley: <i>Der Maler Adolf Rettelbusch und seine Bilder aus dem Werratal</i>, in: Eichsfeld-Jahrbuch 2022, S. 259–279, Duderstadt, November 2022</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Adolf_Rettelbusch?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Adolf Rettelbusch</a></span></b> – Sammlung von Bildern</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=121008223">Literatur von und über Adolf Rettelbusch</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Gerd Kley über Eduard Spieß in Magdeburger Biographisches Lexikon, 2002, Seite 694</span>
</li>
</ol>
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Normdaten (Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/121008223">121008223</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/nr99023318">nr99023318</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/45146350/">45146350</a></span> | </div>
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